3 Tage Trekking in der Pfalz – Wandern mit Kindern

Kind füttert Hund

Endlich mal wieder raus!

Auch wenn es nur für drei Tage ist. Wenn man nicht viel Zeit hat, muss man eben in der Nähe Urlaub machen. Leider ist es ja in Deutschland nicht erlaubt, wild zu zelten. Und Campingplätze – naja, wo ist da das Abenteuer? Irgendwann stieß ich auf die Trekking-Plätze, die es in ganz Deutschland verteilt gibt. Sofort war ich Feuer und Flamme und hurra, auch in unserer Nähe finden sich attraktive Ziele.

Wandern mit Kindern

Auf diesem Parkplatz in Edenkoben starteten wir. Der Hund durfte auch mit.

Die Trekking-Plätze im Schwarzwald sind erst ab Mai geöffnet, aber ich wollte in den Osterferien los. Also in die Pfalz. Gut zu erreichen mit Bus und Bahn.

So zogen wir los, ich, meine 14jährige und meine 10jährige Tochter. Die kleinste wollte auch mit, war aber krank. Das war ganz schön schade. Der Papa musste arbeiten und der Sohn zog es vor, zuhause zu bleiben. Also blieben wir drei und der Hund. So passten wir locker in das Zelt, das rote Packet da, das ich auf dem Rucksack über meiner lila Isomatte geschnallt hatte. Zu viert wäre es aber auch gegangen. Bei fünf oder sechs Personen hätte ein zweites Zelt dazukommen müssen.

Eigentlich wollte ich erst nach Ostern, also am Dienstag losgehen. Da aber für Mittwoch schlechtes Wetter angesagt war, entschloss ich mich spontan, schon am Ostermontag loszuziehen. Der Platzbetreuer sowie die Verwaltung waren supernett. Ostermontag um 8 Uhr morgens konnten wir umbuchen.

aus Edenkoben raus

Wir laufen aus Edenkoben hinaus

Gepackt hatten wir allerdings noch nichts. Also schnell alles zusammengerafft und gehofft, dass wir in der Hetze nichts vergessen. Haben wir aber natürlich doch, die Haarbürste hatte ich noch in der Hand, hab sie aber aus irgendeinem Grund nicht eingepackt. Deshalb kriegst du keine Nahaufnahmen von mir dieses Mal 🙂

Weiter hab ich die Plane, die ich zum Schutz unter den Zeltboden lege, vergessen, und etwas zu wenig Essen haben wir auch eingepackt. Na gut, es hat gereicht, aber das Essen ist doch das Schönste beim Wandern. Nicht einmal ein Osterei hatten wir dabei. Pff.

Meine Eltern entschlossen sich spontan, uns zu unserem Startpunkt Edenkoben zu fahren. Das ersparte uns sehr viel Nerven, denn so mussten wir nicht zum Zug hetzen, der am Feiertag sowieso nicht so oft fuhr.

Start in Edenkoben, Ostermontag, 22.04.2019

Hier auf der Karte siehst du unsere Route. Das Bild ist nicht so scharf, fürchte ich, aber beim Buchen der Trekking-Plätze verpflichtet man sich, die genaue Lage der Plätze geheimzuhalten. Das soll dem Missbrauch der Plätze vorbeugen und ich finde das gut. Eine Horde wilder Partygäste hätte uns nämlich gerade noch gefehlt. Wenn du also vorhast, unsere Route nachzuwandern, musst du die Zeltplätze selbst buchen. Hier auf der Karte erkennst du sie nämlich nicht.

Karte Pfalz

Rot: Unsere Route am Ostermontag führte in die Berge hinauf. Blau: Unsere Route am Dienstag. Hellblau ist unser Irrweg markiert. Grün: Unsere Route am Mittwoch zur Rheinebene hinab zum Bahnhof.

Durch den Frühlingswald. Herrlich!

Durch den Frühlingswald. Herrlich!

 

Gegen Mittag liefen wir los, und nachdem wir die letzten Häuser von Edenkoben hinter uns gelassen hatten, wanderten wir in einen schönen hellgrünen Frühlingswald hinein.

Mittagessen im Wald

Mittagessen im Wald

Der Weg führte stetig leicht bergauf, was ja zu erwarten gewesen war. Schließlich liegt Edenkoben unten in der Rheinebene und wir wollten hoch in die Pfälzer Berge.

Und es war Feiertag, noch dazu Ostermontag. Ich schätze mal, die halbe Pfalz war unterwegs in dem kleinen Tal mit dem Bach, dem wir folgten. Also wer die Einsamkeit sucht, ist hier, zumindest am Feiertag, fehl am Platz.

Aber immerhin war das Wetter herrlich warm. Die Sonne stand hinter Schleierwolken, sodass keine Sonnenbrandgefahr bestand. Der Hund nutzte jede Gelegenheit, sich im Bach zu vergnügen. Wir anderen standen da und konnten nur neidisch zugucken.

Der Hund planscht fröhlich im Bach.

Der Hund planscht fröhlich im Bach. Und wir???

Irgendwann verließen wir das Bachtal und damit auch die Massen an Leuten. Darüber war ich nicht unglücklich.

Bei dieser Gelegenheit ein Wort zu der Wanderkarte, die wir benutzten:   

Ich bin ein Kartenfan. Mein Smartphone ist unterwegs nicht internetfähig, weil ich das in meinem normalen Alltag nicht brauche. Deshalb nützen mir auch diverse Apps zur Orientierung keinen Deut. Natürlich werden solche Apps angeboten,  aber wie gesagt, eine Karte reicht mir zur Orientierung normalerweise aus. Diese hier ist im Maßstab 1:25000, also eigentlich ausreichend genau zum Wandern. Da es aber eine WANDERkarte ist, sind die WANDERwege dick und fett eingezeichnet, auch wenn sie sich in der Wirklichkeit nur als schmale Trampelpfade erweisen. Im Gegenzug sind riesig breite Forstwege auf dieser Karte so dünn und schwarz markiert, dass man sie leicht übersieht.

Wandern im Wald

Wandern im hellgrünen Frühlingswald auf einem breiten Weg. Auch gut, da kann man sich schön unterhalten

Nicht nur einmal landeten wir daher wie hier auf einem dieser Wirtschaftswege, statt auf dem ausgeschilderten Wanderpfad. Noch dazu haben die Pfälzer (sorry, Pfälzer) ein wenig an der Beschilderung gespart, wie ich finde. An diesem Tag machte es uns nichts aus, der Weg war ja trotzdem schön und als ich erst kapiert hatte, wo genau wir waren, war es okay. Aber am nächsten Tag … das erzähle ich später.

Nun ja, wenn man sich erst einmal an die Karte gewöhnt und verstanden hat, dass man genau hinschauen muss, kommt man damit gut klar.

Am späten Nachmittag erreichten wir also unseren ersten Trekking-Platz. Da wir fast ständig bergauf gelaufen sind, war das auch gut so, denn wir waren ganz schön müde.

Was ist ein Trekkingplatz?

Komposttoilette

Skeptischer Blick in die Komposttoilette. Wie sieht’s darin wohl aus? Wird es stinken?

Die Trekking-Plätze sind nur zu Fuß über schmale, unbeschilderte Trampelpfade erreichbar. So hat man tatsächlich das Gefühl, mitten in der Wildnis zu sein. Des Weiteren dürfen, zumindest auf den Plätzen, wo wir waren, nur 4 Zelte aufgestellt werden. Komfort suchst du hier vergeblich, es gibt lediglich eine Komposttoilette, die im Interesse aller Besucher auch benutzt werden muss. Aber keine Sorge, diese Komposttoiletten sind nicht so schlimm, wie es sich anhört. Ehrlich gesagt, die Toiletten in dem Gasthof unten im Tal, wo wir unsere Wasserflaschen aufgefüllt haben, haben tausendmal schlimmer gerochen. Eigentlich riecht es drinnen nur nach Erde, nämlich diesem speziellen Kompostsubstrat, das sich in dem blauen Eimer befindet. Nach jeder Benutzung streut man eine kleine Schaufel Erde über das Geschäft. So sieht und riecht man fast nix 🙂

Komposttoilette von innen

Und so sieht die Komposttoilette von innen aus.

In der Toilette hängt auch das Gästebuch. Wenn du auch in der Pfalz unterwegs bist, wirst du unseren Eintrag finden.

Die Gießkanne ist übrigens dazu da, um das Feuer am Grillplatz zu löschen und hat nichts mit dem Klo zu tun. Aber draußen im Auffangbehälter war kein Tropfen Wasser, kein Wunder bei der derzeitigen Trockenheit.

Trekkingplatz

Dieser Trekkingplatz wurde 2018 neu angelegt. Irgendwie sah es hier noch richtig wild aus, als wären schwere Maschinen gerade erst durchgefahren. Wer genau hinschaut, entdeckt unser Zelt und die Komposttoilette.

Wer ein Feuer machen möchte, braucht Holz. Davon gab es auf diesem Trekking-Platz mehr als genug. Geschredderte Bäume, Äste und Zweige lagen zuhauf herum, sodass es nicht sehr gemütlich aussah. Trotzdem blieb für uns an diesem Abend die Küche kalt, denn es blies ein scharfer Wind über den Bergrücken und aufgrund der Trockenheit in Verbindung mit dem Wind fanden wir es nicht angebracht, ein Feuer zu entzünden.

Zelt im Wald

Unser Zelt. Im Hintergrund siehst du die Komposttoilette.

Am späten Abend warnte uns unser Hund. Ein weiterer Trekker näherte sich. Ein junger Mann, der sich rasch häuslich einrichtete. Wir versuchten, ein Gespräch in Gang zu bringen, aber er war ziemlich einsilbig. Es war klar, der wollte alleine bleiben. Also respektierten wir das und sahen uns den Sonnenuntergang von unserem Zelt aus an.

Die Nacht war wild und windig. Das Zelt bog sich unter den Böen und der Wind rauschte durch die Bäume, als wäre er ein heranrasender Zug. Trotzdem schliefen wir alle so gut, dass nicht mal unser Hund merkte, als der junge Mann am Morgen verschwand. Und der Hund bellt normalerweise ziemlich zuverlässig.

Dienstag, 23.04.2019 von Heldenstein zu Kalmit

Grillplatz am Morgen

Der Grillplatz am nächsten Morgen. Der Wind hat sich etwas gelegt und wir kochen heißes Wasser.

Der Wind war wesentlich schwächer, aber dennoch unangenehm und kalt. Und da die Kinder gerne ein Feuerchen gehabt hätten, entzündeten wir eines und kochten heißes Wasser zum Trinken. Dies wärmte den Magen schön auf. Frühstücken wollten wir hier nicht, dazu blies der Wind noch zu kühl. Wir hofften, dass es weiter weg von dem Bergrücken etwas windstiller wäre.

Und so war es dann auch. Wir wanderten noch ca. eine halbe Stunde zum 13m hohen Schänzelturm und siehe da, eine Bank mit Tisch wartete auf uns und unser Frühstück. Sogar die Sonne blinzelte ab und zu durch den grauen Himmel.

Frühstück am Schänzelturm.

Frühstück am Schänzelturm

An diesem Tag liefen wir dank der Karte völlig in die Irre. Ich erwähnte schon, dass breite Weg klein gezeichnet sind in der Karte und umgekehrt. Wir fielen voll drauf rein. Immerhin war der Weg schön sandig, umrahmt von Kiefern und nahezu eben. Wir fühlten uns wohl und liefen und liefen. Bis wir an eine Kreuzung kamen, die eigentlich nicht hätte da sein dürfen. Meine Tochter und ich brüteten über der Karte. Wo um alles in der Welt waren wir überhaupt?

Wir entschieden uns schon, weiterzugehen. Irgendwann müssten wir doch auf ein markantes Wegzeichen stoßen, das uns verraten würde, wo wir waren. Okay, hier

Pause am See

Hier an diesem kleinen See machten wir unsere wohlverdiente Pause nach dem Irrweg

an der Stelle gebe ich zu, dass ein GPS-Signal ziemlich hilfreich gewesen wäre.

Aber es geht auch ohne! Denn in solchen Situationen hat man meistens Glück, oder nicht? Ein hilfreicher Förster fuhr mit seinem Auto herbei und schickte uns geradewegs den ganzen Weg wieder zurück. Tja, das kommt davon, wenn man ohne Technik unterwegs ist. Man lernt nämlich nette Menschen kennen.

 

 

Jetzt hatten wir Durst. Unsere Trinkflaschen waren nach dieser Mordswanderung ratzeputz leer und mein kleiner Taschenfilter, den ich schon in England dabeigehabt hatte, war irgendwie verstopft. Jedenfalls kamen nur noch Tropfen heraus. Die nächstgelegene Wasserstelle war laut meinen Unterlagen die Wolselquelle und zu der marschierten wir nun.

 

An der Wolselquelle

An der Wolselquelle

Laut meinen Unterlagen führt die Wolselquelle bestes Trinkwasser. Es war auch die letzte Station vor dem nächsten Trekkingplatz, um unsere Flaschen aufzufüllen, denn nahezu alle Hütten und Gasthäuser in der Nähe hatten an diesem Dienstag zu.

Weiter ging es zum nächsten Highlight unserer Wanderung, dem Felsenmeer.

Felsenmeer

Unterhalb des Felsenmeeres

Felsenmeer

Wir klettern nach oben. Hier ist es noch schöner.

 

 

Felsenmeer

Und jetzt muss man richtig über Fels und Stein klettern. Huch, ist da jemand untergegangen?

Also das Felsenmeer nahe dem Kalmitgipfel lohnt auf jeden Fall einen Besuch. Selbst mit den unhandlichen Rucksäcken machte es den Kindern viel Spaß, über die Steine zu klettern. Schwer waren sie gottseidank nicht, auch wenn es vielleicht so aussieht.

Und am Abend erreichten wir unsere zweite und leider auch letzte Station. Dieser Trekking-Platz war um Welten schöner als der andere. Er lag in einem Kiefernwald inmitten von Heerscharen von Heidelbeersträuchern, die natürlich noch nicht reif waren. Leider. Und zwischen einer Schneise in den Bäumen konnte man eine herrliche Aussicht über die Pfälzer Berge genießen. Die Sonne kam hervor und wir waren völlig alleine in einem wunderschönen, von Vogelgezwitscher erfüllten Wald. Was will man noch!

 

Heidelbeeren

Es hingen echt Heidelbeeren dran

Hund

Ein völlig erschöpfter Hund genießt die letzten Strahlen der Sonne

Der Abend war einfach perfekt. Es wehte keinerlei Wind, sodass wir mit ruhigem Gewissen ein schönes Lagerfeuer anzünden konnten. Die Kinder grillten Würstchen am Stock, der Hund lag zufrieden oder völlig k.o. in der Ecke (wer weiß das schon) und wir genossen die Aussicht über die sonnenüberfluteten Pfälzer Hügel.

Kein Mensch war da und es herrschte eine wohltuende Stille. Ich wusste übrigens ziemlich sicher, dass wir alleine sein würden. Denn wenn man seinen Trekking-Platz online bucht, kann man sehen, wie viele Plätze noch frei sind. Falls also niemand kurzfristig gebucht hätte, hatten wir den Platz für uns. Ganz sicher konnte ich nicht sein, denn ich war ja das letzte Mal am Montagmorgen online. Aber niemand kam. Wie schön!

 

Grillstelle

Der Hund rafft sich nochmals zum Essen auf. Und wir kochen für uns selbst

Hier bewährte sich mein neuer Kocher (der alte hat in England den Geist aufgegeben. Am letzten Tag schmiss ich ihn in die Mülltonne). Denn dieser Trekking-Platz war im Gegensatz zum letzten von Holz wie leergefegt. Man musste schon ziemlich weit in den Wald hineinspazieren, um Feuerholz zu finden. Aber für meinen tollen Kocher genügten die kleinen Ästchen und Rindenstücke, die überall herumlagen.

 

Kocher

Mein neuer Kocher. Sieht der nicht toll aus? Beheizbar mit allem Brennbaren, was so herumliegt. Aber du könntest auch einen Spirituskocher hineinstellen, das geht auch. 

 

Unser Zelt unter Kiefern im Heidelbeerwald

Unser Zelt unter Kiefern im Heidelbeerwald

Hund kaut Holz

Der Hund hat sich wieder erholt und lässt seinen Frust über das karge Essen an einem Holzstück aus

 

Im Zelt

Erst mal probeliegen. Ist es auch gemütlich so? Ja, sehr.

Diese Nacht war es totenstill. Kein Windhauch rührte sich, kein Nachtvogel schrie, nicht mal eine Maus raschelte im Gebüsch. Und Autos oder andere Zeichen von Zivilisation waren gottseidank auch nicht zu hören.

Mittwoch, 24.04.2019 von Kalmit zum Bahnhof Kirrweiler

Wanderschuhe

Noch mal die Füße ausgestreckt, bevor es wieder losgeht. Ich fürchte, bei mir sind endgültig neue Wanderschuhe fällig.

Unser letzter Morgen in der „Wildnis“. Zum Frühstück gab es die restlichen Spaghetti (für alle, die uns kennen: ja, sie waren glutenfrei) und die Kinder waren begeistert. Ha, es war auch das einzige, was wir noch hatten: Spaghetti, 2 Mandarinen, 1 Karotte und eine Handvoll Cashews.

Ein letzter Aufstieg zum Kalmit-Gipfel, wo sich schon um halb zehn etliche Leute tummelten und auf dem dortigen Turm herumkletterten mit Seil und allem drum und dran. Ein freundlicher Gastwirt füllte unsere Flaschen auf und wir machten uns auf den Weg ins Tal.

Die Kinder hatten sich die Klausentalhütte ausgeguckt, wo sie sich allerlei Köstlichkeiten zum Essen erhofften. Also wanderten wir gemütlich auf der Sommerseite hinunter ins Tal zu dieser Hütte, die schön in der Sonne lag, einen großen Spielplatz hatte und sehr, sehr viele Tische außen. Fast schon zu heiß in der Sonne, aber was soll’s. Die Kinder aßen sich glücklich, ich auch 🙂 und wir konnten hier unsere rußigen Hände und Gesichter schön sauber schrubben. Das ist halt der Nachteil an den Trekkingplätzen, dort muss man mit Wasser sparsam sein.

Brückenpfad

Auf dem Brückenpfad hinunter ins Tal zur Klausentalhütte. Es reiht sich eine Brücke an die andere. Leicht übertrieben bei dem kleinen Rinnsal 🙂 aber wer weiß, vielleicht ist es zu einer anderen Jahreszeit ein reißender Fluss

Dann ließen wir die Berge hinter uns. Die grünen, leuchtenden Wiesen waren ein scharfer Kontrast zu dem immer noch zaghaft beblätterten Wald. Zur Linken erhob sich das Hambacher Schloss, aber wir hatten kein Bedürfnis, dorthin zu gehen, wo sich mit Sicherheit wieder die halbe Pfalz aufhielt. Schon in der Gaststätte war es sehr betriebsam gewesen.

Aus dem Wald hinaus zwischen Weinstöcken und Wiesen

Aus dem Wald hinaus zwischen Weinstöcken und Wiesen

Pusteblumen

Kinderspaß: Pusteblumen

Am Bahnhof in Kirrweiler.

Am Bahnhof in Kirrweiler. Von da hinten muss gleich unser Zug kommen.

Tja, und das war dann das Ende unserer 3-tägigen Trekking-Tour. Wäre es nach mir gegangen, wäre ich gerne noch weitergelaufen. Aber unsere Zehnjährige war mit sich und der Welt zufrieden und ganz schön stolz, dass sie es mal wieder geschafft hatte.

Zwei Stunden in den Zügen, und wir waren zu Hause. Schön war’s.

Statistik

Leider gibt es hier nicht so viel zu berichten. Durch die Hektik am Anfang vergaß ich glatt, die Rucksäcke zu wiegen. Aber schwer waren sie wirklich nicht. Ich kann höchstens mal auflisten, was drin war:

Die Zehnjährige trug:

  • Schlafbekleidung (Jogginghose und langes Oberteil)
  • eine kurze Hose
  • zwei Unterhosen und zwei Paar Socken
  • eine Regenjacke
  • eine Isomatte
  • eine kleine Taschenlampe
  • eine Rolle Klopapier
  •  eine Fleecejacke

Die Vierzehnjährige trug:

  • zwei Schlafsäcke
  • Schlafbekleidung (Jogginghose und langes Oberteil)
  • eine kleine Taschenlampe
  • zwei Unterhosen und zwei Paar Socken
  • eine Regenjacke
  • eine Isomatte
  • zwei Wasserflaschen (insg. 1,5 l)
  • ein kleines Handy zum TKKG-Hören
  •  eine Fleecejacke

Ich trug

  • einen Schlafsack
  • zwei Unterhosen und zwei Paar Socken
  • Schlafbekleidung (Jogginghose und langes Oberteil)
  • eine Regenjacke
  •  eine Fleecejacke
  • eine Isomatte
  • zwei Wasserflaschen (insg. 2 l)
  • ein Zelt
  • Trockenfutter für den Hund
  • einen Becher für den Hund
  • einen Topf
  • einen Kocher mit Streichhölzern und ein Feuerzeug
  • drei Gabeln
  • einen Wasserfilter, der nicht funktionierte
  • Sonnencreme
  • ein Taschenmesser
  • eine Wanderkarte
  • Handy zum Fotografieren
  • mein Portemonnaie
  • Zahnbürsten + Zahnpasta
  • Proviant, bestehend aus 1 Brot schon geschnitten und belegt, 1 500g-Packung Spaghetti, 500g Cashews, 2 Orangen, 2 Äpfel, 3 Mandarinen, etliche Möhren, eine Portion Reis (keine Ahnung, wieviel das war), 2 Packungen Nürnberger Würstchen, 8 Stück getrocknete Würste, 1 Packung Oliven –> so ist das, wenn man in aller Hetze packen muss

Der Hund trug nichts, der Glückliche.

Kosten

Da sind wir schnell fertig.

  • Trekkingplätze 2x 10 €
  • Mittagessen in der Klausentalhütte 26 €
  • Rückfahrt mit dem Zug 13,20 €

Also insgesamt 59,20 €.

Fazit

Für eine kurze Auszeit finde ich die Trekking-Plätze wunderbar geeignet. Allerdings muss ich sagen, wir hatten Glück, dass wir nahezu die einzigen Camper waren. Vor dem Zelt darf man nicht kochen, und sich mit vier bis zwölf Personen um die Feuerstelle zu drängen, stelle ich mir je nach Leuten mehr oder weniger angenehm vor. Gut, vielleicht kann man sich abwechseln, oder es sind wirklich nette Menschen dabei, mit denen man sich gut unterhalten kann. Auf jeden Fall würde ich, auch wegen der Waldbrandwarnungen, vorschlagen, genügend Proviant einzupacken, den man auch kalt essen kann.

Die Pfalz ist nun mal bewaldet, das ist klar. Für einen heißen Sommer stelle ich es mir angenehm vor, dort zu wandern. Allerdings sind die Stellen, wo man etwas Aussicht hat, dünn gesät. Meist marschiert man eben durch den Wald – wer hätte das gedacht. Der erste Trekkingplatz bot keine Aussicht, der lag komplett unter Bäumen. Beim zweiten hatte man eine Schneise in den Wald gehauen – das tat den Augen so gut! Mein bevorzugtes Wandergebiet wird es wohl aus diesem Grund eher nicht werden, offenere Landschaften sind mir lieber.

Kaum war der Ostermontag vorbei, röhrten die Militärflugzeuge am Himmel. Das war schon echt störend. Morgens und abends flogen sie gefühlt ununterbrochen – ich meine diese ganz lauten, die manchmal auch so wie verrückt knallen. Keine Ahnung, ob das immer so ist oder ob sie nach den Feiertagen ein besonderes Bedürfnis hatten, herumzufliegen.

Die Steigungen wiederum, die zu bewältigen waren, waren im Vergleich zum Karnischen Höhenweg gut auszuhalten. Selbst der erste Tag, der ja fast nur bergauf ging, war nicht so anstrengend wie es sich anhört. Vielleicht lag es auch daran, dass die Wege breit und mit weichen Tannennadeln bedeckt waren. Das macht schon einen Unterschied, ob man über Steine und Felsen läuft oder eben auf einem federnden Waldweg.

Falls du mit deinen Kindern ein paar Tage wandern möchtest, kann ich dir die Pfalz uneingeschränkt empfehlen, wenn man die obigen Punkte berücksichtigt. Nach der Tour ist für mich vor der Tour, und es ist nicht ausgeschlossen, dass wir einmal über ein Wochenende hierher zurückkehren.

 

Kennst du die Trekking-Plätze? Hast du sie schon einmal ausprobiert? Lass gerne einen Kommentar da!

 

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