Klappentext schreiben – mit diesen 12 Tipps überzeugst du

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Was ist ein Klappentext überhaupt?

Korrekterweise wird als Klappentext der Text bezeichnet, der auf den eingeklappten Enden eines Schutzumschlages eines gebundenen Buches steht. Dieser Text soll den potentiellen Leser neugierig machen und ihn dazu animieren, das Buch zu kaufen. Der Klappentext auf der vorderen Einschlagseite enthält meist eine angerissene Inhaltsangabe und auf der hinteren Einschlagseite finden sich weitere Informationen zur Autorin/zum Autor.

Jetzt gibt es aber auch Taschenbücher und Ebooks, die keinen Schutzumschlag haben. Hier wird das Wort Klappentext oft identisch mit dem Text auf der Rückseite des Buches gebraucht. Manchmal findet man diesen Text bei Büchern ohne Schutzumschlag auch auf der zweiten Seite (auf der Rückseite des Schmutztitels).

Auf der Rückseite des Buches findet man oft ganz verschiedene Formen eines Klappentextes. All diese Elemente liste ich hier einmal auf.

Was kann der Klappentext alles enthalten?

  • Eine anreißende Inhaltsangabe: Eigentlich ist dieser Text keine Inhaltsangabe. Denn er darf – ganz wichtig – das Ende nicht verraten. Aber die Leser sollten erfahren, auf was sie sich einlassen, wenn sie dieses Buch kaufen.
  • Ein Auszug des Buches: Manchmal findet man auch spannende Textausschnitte aus dem Buch. Ganz egal, ob das der Textanfang, ein Dialog oder ein anderer Buchausschnitt ist, der Käufer soll neugierig gemacht werden.
  • Kommentare über das Buch: Hast du eine tolle Rezension erhalten oder bringt gar die Zeitung ein paar lobende Worte über dein Buch, so kannst du diese Sätze in deinem Klappentext verwenden.
  • Informationen über dich: Findet man auch manchmal auf der Rückseite des Buches: Ein kurzes Autorenportrait mit oder ohne Foto.
  • Werbung für deine weiteren Bücher: Ist dein Buch Teil einer Reihe, so sollte das erwähnt werden. Aber du kannst auch auf andere Bücher von dir verweisen.

Wie schreibe ich einen guten Klappentext?

Es lohnt sich, sich hierfür ausführlich Zeit zu nehmen. Schließlich sind es nur wenige Sekunden, die ein potentieller Käufer aufbringt, um zu entscheiden, ob ihn das Buch anspricht oder nicht.

Es ist so wichtig, deshalb noch einmal: Der Klappentext entscheidet, ob eine Person dein Buch kauft oder nicht! Er ist keinesfalls eine Inhaltsangabe, sondern ein Werbetext, der Kunden zum Kauf animieren soll. Dieser Kunde entscheidet innerhalb von Sekunden, ob ihm a) das Genre zusagt und b) der Inhalt. Und diesen Inhalt musst du in Szene rücken.

Also ist das Wichtigste, zunächst Aufmerksamkeit zu erregen!

1. Das könnte zum Beispiel eine spektakuläre Headline sein.

Eine Headline fasst idealerweise in wenigen Worten das Genre, die Stimmung und den wesentlichen Inhalt der Geschichte zusammen.

Gerade liegt auf meinem Schreibtisch zufällig ein Buch von Petra Hammesfahr, Die Sünderin. Wenn man hinten auf den Buchrücken schaut, steht da als Headline: Der Albtraum der Vergangenheit.

Gelesen habe ich das Buch noch nicht. Aber durch diese vier Worte kann ich sofort erkennen, dass es sich entweder um einen Krimi oder einen Thriller handelt. Die Stimmung wird – wie in einem Albtraum – beklemmend und hochspannend sein und man weiß sofort, dass es um ein Geheimnis geht, das die Protagonistin in ihrer Vergangenheit erlebt hat und vermutlich Stück für Stück aufgedeckt wird.

Wer Thriller mag, wird hier sicherlich gut bedient werden!

2. Zu einem perfekten Einstieg gehört die Nennung des Genres

Nutzt du keine Headline, so musst du das Wesentliche eben im ersten Satz unterbringen. Der Leser sollte sofort erfahren, ob er im für ihn richtigen Genre ist. Dafür kannst du Schlüsselwörter verwenden. Beim obigen Romanbeispiel von Petra Hammesfahr steht als erster Satz: Cora Bender hat einen Mann getötet.

Hätte sie keine Headline verwendet, wüssten wir jetzt trotzdem, dass wir einen Krimi oder Thriller zur Hand genommen haben. Das Wort „töten” kommt vermutlich nicht im Klappentext einer heißen Liebesromanze vor.

Oder was würdest du bei diesem Satz erwarten? „Die junge Hannah bricht in die endlosen Weiten Australiens auf, um ihr Glück zu suchen.”

Einen Krimi oder Thriller sicher nicht. Eher eine Schicksalsgeschichte oder einen Abenteuerroman, nicht? Tatsächlich handelt es sich um Barbara Wood: Dieses goldene Land.

Natürlich kannst du dein Genre auch konkret benennen, wenn es sich vielleicht nicht so einfach darstellen lässt.

3. Fasse dich kurz!

Auf einer Buchrückseite ist nicht viel Platz. Meist hast du nur etwa 10 – 12 Zeilen Platz, oder anders ausgedrückt, etwa 100 bis 200 Wörter.

Daher muss schon der erste Satz sitzen! Im ersten Satz gibst du Hinweise auf dein Genre, nennst deinen Protagonisten und reißt den Romananfang an. Um eine bessere Lesbarkeit zu erreichen, vermeide lange Schachtelsätze, besonders zum Einstieg. Mach lieber aus einem langen Satz zwei kurze und prägnante.

Stelle jedes einzelne Wort auf den Prüfstand und überlege dir, ob du es wirklich brauchst. Um zu verdeutlichen, was ich meine: In diesem Satz könnte man zum Beispiel schon mal folgende Wörter streichen: einzelne, dir, wirklich.

Zugegebermaßen ist es sehr schwer, eine komplexe Handlung mit vielen wichtigen Charakteren und Handlungssträngen in ein paar kurzen Worten zusammenzufassen, die dann auch noch neugierig machen und mitreißen sollen.

Das einfachste Rezept ist: Beschreibe den Ort des Geschehens und den Protagonisten. Deute den Konflikt an und lass den Klappentext mit einem Cliffhanger enden.

Ausnahme: Bei Fantasy-Romanen ist es manchmal nötig, mit einigen Sätzen das Setting zu beschreiben.

4. Konzentriere dich auf die ersten drei Kapitel

Mehr als ungefähr die ersten drei Kapitel solltest du gar nicht wiedergeben. Schließlich willst du dem Leser nicht die Spannung verderben. Konzentriere dich auf den Anfang und vermeide es, unerwartete Handlungswendungen oder Pointen zu verraten. Es versteht sich von selbst, dass das Ende im Dunkeln bleiben muss!

5. Was ist das Besondere an deinem Buch?

Wie würdest du deiner Freundin in ein paar Sätzen erklären, um was es in deinem Buch geht? Was macht dein Buch so einzigartig und hebt es heraus aus der Masse? Stelle das heraus und denke dabei immer daran, der Klappentext ist Werbung für dein Buch. Wecke Emotionen und stelle die Stimmung dar. Zeige, dass dein Buch etwas zu bieten hat.

6. Konzentriere dich auf die Haupthandlung

Filtere die Haupthandlung heraus und lass alle Nebenfiguren, Nebenplots und Hintergrundinformationen weg. Wenn dir das schwerfällt, überlege, warum dein Protagonist so handelt, wie er handelt. Lange Erklärungen sind im Klappentext unangebracht, also überlege dir, ob du das, was du so umständlich erklären willst, überhaupt erwähnen musst. Namen von Nebenfiguren sind unwichtig, ebenso Ortsnamen, genaue Zeitangaben etc.

7. Lass deinen Text mit einem Cliffhanger enden

Zumindest jedoch sollten Fragen entstanden sein, die den Leser so neugierig machen, dass er dein Buch kauft. Arbeite mit Andeutungen oder Anreißen von Konflikten, ohne zu viel zu verraten. Wenn du magst, lass den Klappentext mit einer Frage enden.

8. Übertreibe nicht

Ein Klappentext muss ehrlich zeigen, was den Leser erwartet. Wenn du falsche Hoffnungen weckst, werden sich enttäuschte Leser mit schlechten Rezensionen rächen. Also bleib sachlich und bei der Wahrheit.

Mach auch nicht den Anfängerfehler und vergleiche dein Buch mit den Werken berühmter Autoren (”…ähnlich wie Harry Potter”). Solche Vergleiche dürfen dann die Leser und Rezensenten anstellen, wenn es gerechtfertigt ist, aber du selbst solltest es lieber bleiben lassen.

9. Bleibe sachlich

Ein Klappentext ist normalerweise in der 3. Person Präsens geschrieben, selbst wenn das eigentliche Buch aus der Ich-Perspektive in der Vergangenheitsform erzählt wird. Und er bleibt sachlich, also übertreibe nicht mit Superlativen (”der beste Roman aller Zeiten”, „die tiefgründigsten Charaktere”). Das sind leere Phrasen, die du erst einmal beweisen musst.
Du kannst den Klappentext durchaus humorvoll schreiben, aber achte darauf, dass Ironie oder Sarkasmus außen vorbleibt.
Und allzu grobe Handlungsaufforderungen à la „Kauf mein Buch!” wirken aufdringlich und bewirken eher das Gegenteil, nämlich Abwehr beim potentiellen Käufer.

10. Rechtschreibfehler sind tabu

Im Klappentext Rechtschreibfehler zu haben, ist ein wirkliches No-Go. Ich selbst würde ein Buch sofort weglegen, wenn ich schon im Klappentext einen finden würde. Also lass im Zweifelsfall lieber noch einmal jemand Kompetentes drüberlesen und bemühe den Duden.

11. Besonders wirksame Kaufanreize

Das sind vor allem positive Rezensionen und Pressestimmen. Natürlich ist es für Debütautoren schwierig, an Pressestimmen heranzukommen, aber du könntest dich schon vor der Veröffentlichung deines Romans um gute Rezensionen bemühen, z.B. bei passenden Buchbloggern, um deren Aussage auf dem Klappentext zu integrieren. Das steigert natürlich das Interesse möglicher Käufer enorm. Lass es aber lieber sein, bei deinen Freunden anzufragen. Das könnte nach hinten losgehen.

Und hast du womöglich schon Ausschreibungen gewonnen oder sonstige Erfolge gefeiert, scheue dich nicht, dies an passender Stelle zu erwähnen.

Denke auch daran, eventuelle Folgebände zu erwähnen, bzw. dass dein Buch Teil einer Serie ist.

12. Zu guter Letzt

Lass deinen fertigen Klappentext ein paar Tage liegen und überprüfe ihn erneut. Stelle dir dabei vor, dass du dieses Buch zum ersten Mal in deinen Händen hältst. Macht der Klappentext neugierig? Geht das Genre klar hervor? Welche Stimmung herrscht?

Hör auf dein Bauchgefühl. Erst wenn du wirklich absolut zufrieden bist, solltest du den Klappentext jemandem geben, der noch einmal kritisch drüberliest. Wenn der das Buch ehrlich kaufen würde – puh, geschafft.

Klappentexte schreiben fällt den meisten schwer. Hat dir dieser Artikel geholfen? Hast du Tipps zur Ergänzung?

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