Zu zweit schreiben – Pro und Contra

Pinguine zu zweit schreiben pro und contra

Geschichten zu zweit schreiben – für viele ein verlockender Gedanke. Jemanden zu haben, mit dem man über seine Geschichten sinnieren kann, sie weiterspinnen kann und gucken, was dabei Spannendes herauskommt. Und natürlich zusammen schreiben. Der Motivationsschub pur.

Auch ich habe zusammen mit anderen Geschichten geschrieben. In der fünften Klasse, in einer total zerfledderten Kladde. Jeder musste eine Seite schreiben, dann wurde das Heft weitergereicht. Das war total lustig, aber was am Ende entstand, war eher … mäßig.

Heute schätze ich nach wie vor den Gedankenaustausch mit anderen Menschen, um vielleicht Plotprobleme in meinen Geschichten zu lösen. Aber ausdenken möchte ich sie mir im Großen und Ganzen alleine. Und schreiben auch.

Doch das ist nur meine persönliche Vorliebe. Schließlich scheint das Schreiben im Doppelpack bei einigen gut zu funktionieren.

Erfolgreiche Autoren-Duos

Es gibt viele erfolgreiche Autoren-Duos. Iny Lorentz, Wolfgang und Heike Hohlbein, das erfolgreiche Autorenduo Michael Kobr und Volker Klüpfelder mit ihrem Kommissar Kluftinger, usw. Die Liste könnte man ewig fortführen.

Warum also sollte das nicht bei dir klappen?

Schauen wir uns mal an, was dafür und was dagegen spricht.

Ein Punkt noch vorab:

Es sollte unbedingt vorher festgelegt werden, wie vorgegangen werden soll. Welche Aufgaben übernimmt wer, wer hat welche Rechte und vor allem, wie sieht das aus, wenn das Buch tatsächlich veröffentlicht wird? Gemeinsames Schreiben gestaltet sich zäh, wenn man zu zweit an jedem Satz herumfeilt. Eine für alle Beteiligten stimmige Aufgabenverteilung ist daher sehr vernünftig.

Pro zu zweit schreiben

  • Neue Ideen können aufkommen, auf die man alleine nie gekommen wäre. Sprich, zu zweit ist man einfach kreativer als alleine.
  • Zu zweit einen Roman zu schreiben, macht einfach mehr Spaß. Es ist sozialer. Man sitzt nicht einsam in seinem Kämmerchen am Schreibtisch und wurstelt alleine vor sich hin, sondern hat regelmäßigen Kontakt und Austausch.
  • Der innere faule Hund wird im Zaum gehalten. Schließlich gibt es da die Autorenkollegin, die auf das Ergebnis der Arbeit wartet.
  • Wenn das Team eingespielt ist, kommt man schneller voran.
  • Es entsteht ein Flow durch die hohe Motivation der beiden Autorenpartner.

Contra zu zweit schreiben

  • Es ist gar nicht so einfach, einen passenden Partner zu finden.
  • Liegt man nicht auf einer Wellenlänge – das betrifft sowohl die Organisation des Schreibprozesses wie auch inhaltliche Punkte -, ist Streit vorprogrammiert.
  • Schreibstile können sehr unterschiedlich sein. Sicher gibt es da auch Lösungen. Z.B. könnte nur einer schreiben, der andere liefert dafür Ideen, Plotgerüste, kümmert sich ums Veröffentlichen etc. Oder einer schreibt den Rohentwurf, der andere überarbeitet. Wenn beide damit einverstanden sind, kann auch das funktionieren. Oder jeder schreibt einen Teil des Buches. Auch da gibt es mehrere Möglichkeiten. Briefromane z.B., oder zwei verschiedene Perspektivträger. Manchmal muss man eben auch an einem einheitlichen Stil arbeiten.
  • Was ist, wenn man sich über die Handlung oder über die Charaktere nicht einig wird? In dem Augenblick, wo einer sich übervorteilt fühlt, ist das ganze Projekt in Gefahr. Du musst toleranter sein und mehr Kompromissbereitschaft aufbringen, als wenn du alleine schreibst.
  • Einer der Partner kann die Lust verlieren. Und dann? Wenn einer aufhören möchte, der andere aber nicht, kann es zu Problemen kommen. Wer hat dann die Rechte an der Geschichte?
  • Wenn einer der Partner nicht ernsthaft an die Sache herangeht, kann das Projekt ziemlich schnell scheitern. Manche versuchen sich mit tollen Ideen zu übertrumpfen und die Geschichte wird albern, unwahrscheinlich, unlogisch oder einfach nicht rund.
  • Es könnten sich Probleme ergeben, wenn die beiden Partner sehr weit voneinander weg wohnen und ein persönliches Treffen nicht möglich ist. Eventuell kann man mit Videokonferenzen arbeiten, aber es ist fraglich, ob das den persönlichen Kontakt ersetzen kann.
  • Probleme sind auch möglich, wenn einer der Partner weniger Zeit hat als der andere. Dann wartet der eine ungeduldig, während der andere sich unter Druck gesetzt fühlt.

Fazit

Das Zu-zweit-Schreiben sollte nicht als Krücke dazu benutzt werden, wenn du es alleine nicht auf die Reihe bringst, eine Geschichte zu schreiben und zu beenden. Das geht in den allermeisten Fällen schief. Wer Motivationsprobleme hat, sollte sich nicht auf einen Partner verlassen, sondern sich in erster Linie ehrlich selbst fragen, woran es liegt. Wer handwerkliche Probleme hat, sollte erst daran arbeiten.

Nun scheint die Contra-Liste viel länger zu sein als die Pro-Liste, aber die Gewichtung der einzelnen Punkte kann für jeden anders sein. Ich denke, dass sich alle diese Probleme, die auftauchen könnten, mit einigem guten Willen lösen lassen. Von daher ist der passende Partner enorm wichtig!!!

Man muss sich nahestehen und den anderen einschätzen können. So etwas geht eigentlich fast nur, wenn man sich länger kennt. Wenn als einzige Gemeinsamkeit nur das Schreiben vorhanden ist, hm…

Ihr müsst gleiche Erwartungen, Zielvorstellungen und vielleicht auch den gleichen Humor haben, was das Schreiben dieses Romans angeht, sonst gibt es hundertprozentig Streit und Frust. Wenn du mit deinem Partner nicht auf der gleichen Wellenlänge bist, lass es lieber sein und arbeite allein.

Ohne einen hundertprozentig passenden Partner geht es nicht!

 

Hast du schon einmal einen Roman zu zweit geschrieben? Wie hat es geklappt? Wie war eure Aufgabenverteilung? Lass gerne einen Kommentar da!

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