Roman plotten und Handlung entwickeln – ein Sammelsurium an Ideen

Roman plotten und Handlung entwickeln

Roman plotten und Handlung entwickeln – ein Sammelsurium an Ideen

Mein Artikel „8 verschiedene Methoden, einen Plot zu erstellen“ ist einer der meistgelesenen hier auf diesem Blog. Das scheint nahezulegen, dass viele, die gerne schreiben, leider nicht so recht wissen, wie sie beginnen sollen.

Weil ich mich so kurz vor dem NaNo (wenn du nicht weißt, was das ist, schau mal hier) gerade auch wieder mit Plotten beschäftige, habe ich hier kreuz und quer aufgelistet, was ich persönlich für ein erfolgreiches Plotten wichtig halte. Dabei habe ich gemerkt, dass für mich Plotten und Ideen finden Hand in Hand geht, ich trenne das also nicht explizit.

Genug der Vorrede, fangen wir an:

Bereite deinen Arbeitsplatz vor

Das habe ich bestimmt schon oft geschrieben. Aber es ist wichtig. Wenn du einen Roman plotten und dann schreiben willst, dann richte dir zuhause einen Platz ein, wo du ungestört sinnieren, schreiben und überarbeiten kannst.

Räum deinen Schreibtisch auf. Die Ballettschuhe deiner Tochter, wo du eigentlich noch die Bänder drannähen solltest, haben ebenso wenig dort etwas zu suchen wie dein Diätplan oder die Zahnseide deines Mannes. Stattdessen umgib dich lieber mit inspirierenden Bildern aus dem Internet, etwa ausgedruckte Fotos, wie dein Protagonist aussehen könnte, oder Orte, an denen dein Roman spielt. Unterschätze nicht die Kraft von Bildern für unser Gehirn!

 

Überlege dir, wie du den Plotprozess am besten angehst

Wichtig: Ganz egal, wie du beim Roman plotten vorgehst, brainstormst und Ideen verknüpfst: Es muss nur für dich stimmen.

Manche brauchen das Gefühl, mit der Hand zu schreiben, manche sind wahre Künstler, die ihre Pinnwand mit Farbkärtchen und Verzierungen übersäen, und andere wie ich sind eher pragmatisch veranlagt und brauchen nur das Nötigste, nämlich einen Zettel und einen Computer.

  • Viele plotten mit Scrivener und den virtuellen Karteikärtchen
  • Viele plotten mit echten Karteikärtchen. Diese kannst du entweder mit Heftzwecken an deine Zimmerwand pinnen oder du hast ein Korkbrett (nur dürfte das auf Dauer zu klein sein). Auch Magnetpinnwände können hilfreich sein.
    Gerade habe ich auch ein Video entdeckt, wo mit Karteikärtchen in einem Karteikasten gearbeitet wird. Sehr interessant, für mich wären das viel zu viele Karten, aber vielleicht ist das für dich eine Methode?
  • Viele verwenden handgeschriebene Zettel und notieren hier ihre ersten Ideen, die sie dann in Dateien übertragen.
  • Viele haben ein Notizbuch, in das sie sämtliche Ideenfetzen eintragen. Einmal durchblättern, und schon kommen einem hunderte neue Ideen.
  • Viele plotten komplett auf dem Rechner. Manche sollen es sogar mit Word hinkriegen.
  • Es gibt mittlerweile Brainstorm- und Mindmap-Software z.B. diese hier für den Rechner. Ausprobieren, sie soll ganz gut sein, mir liegt es eher per Hand.

Aber ganz wichtig: Nur weil irgendjemand behauptet, nach dieser einen wahnsinnstollen Methode kannst du den ultimativen Bestseller schreiben – glaub ihm erst, wenn du es ausprobiert und für gut befunden hast. Es gibt eben nicht den einen Weg und schon gar nicht den einen richtigen Weg.

Am besten entwickelst du dein eigenes Ding.

 

Vorschlag: Hangle dich anhand von Fragen durch deinen Plot

Bei mir ist das so: Meist habe ich eine grandiose Idee für einen Anfang. Auch die Hauptperson ist kein Problem. Eventuell steht auch noch das Ende fest. So, aber was kommt dazwischen?

Oft wusste ich gar nicht, wo anfangen mit überlegen. Wie sollte ich die Mitte füllen, und vor allem die vielen Einzelheiten finden? Die Hauptperson hat ja ein Vorleben – wie sieht das aus? Oh, und womöglich hat die Ehe ihrer Eltern sie geprägt? Und verflixt nochmal, wie soll das Ganze mit ihrem Freund zusammenhängen? Natürlich könnte sie den einfach so treffen, aber interessanter wäre es, wenn alles miteinander verknüpft wäre.

Keine Schneeflockenmethode – eher eine Art wildes Puzzle

So habe ich mir angewöhnt, ein Dokument namens „Offene Fragen“ anzulegen. Hier schreibe ich alles rein, was mir noch nicht klar ist, was aber unbedingt beantwortet werden muss. Die Fragen reichen dabei von allgemein wie „Was macht das Volk der Yonu aus?“ bis hin zu kleingestrickt wie „Mit welcher Aktion bringt sich Gabriel in Schwierigkeiten, aus denen Adreana ihn retten kann?“

Dieses Dokument nehme ich mir immer wieder vor und brainstorme. Die Antworten schreibe ich direkt unter die Frage, sobald sie mir klargeworden ist. Meist entstehen dadurch neue Fragen, die ich natürlich auch notiere und beantworte.

Und so fügt sich Stück für Stück das Puzzle zusammen.

Keine Ahnung, ob das noch jemand so macht wie ich. Ich habe es jedenfalls noch nirgends gelesen. Aber du kannst es gerne ausprobierten, vielleicht ist es etwas für dich.

Sehr wichtig!
Aber das Allerwichtigste beim Romanplotten! Triff eine Entscheidung!

Zögere nicht! Triff beim Roman plotten eine Entscheidung

Wenn man sich entscheidet, einen Roman zu schreiben, sitzt man oft da und ist erschlagen von den Möglichkeiten, die sich einem bieten.

Das fängt allein an mit der Entscheidung, welches Genre du schreiben willst. Welche Hauptperson? Weiblich oder männlich? Alt oder jung?

Ich kann z.B. nicht schreiben, wenn ich nicht weiß, wie die Person heißt. Geht nicht. Das führte oft dazu, dass ich entweder

  1. stundenlang über den geeigneten Namen grübelte, oder
  2. mich sofort für den nächsten x-beliebigen entschied, der dann oft nicht so richtig passend war, aber für den Rest des Romans hängenblieb (z.B. Brurku –> würde ich nie wieder als Namen für einen Drachen wählen …)

Für mich ist es wichtig, hier einen Mittelweg einzuschlagen. Der Name muss einigermaßen passen, dann kann es weitergehen.

Und so ist es mit jeder deiner Entscheidungen. Wenn du keine triffst, bleibst du hängen. In dem Fall ist Mut zur Lücke nicht so sinnvoll, denn oftmals kannst du erst die Treppe weiter hochsteigen, wenn du die Treppenstufe gebaut hast.

Keine Angst vor falschen Entscheidungen. Wenn du merkst, es geht gar nicht, kannst du immer noch zurückgehen und die Entscheidung korrigieren.

Gib dir Zeit, eine Handlung zu entwickeln

Viele Ideen kommen erst über Tage verteilt und nicht über Nacht. Man kann nicht erwarten, einen kompletten Roman innerhalb einer Stunde durchzuplotten. Das funktioniert nicht!

Zwischendrin sind Pausen wichtig, damit sich der Geist erholen und neue Inputs verarbeiten kann. Also kannst du beispielsweise Filme in deinem Genre schauen, im Netz herumsurfen, Bücher lesen oder einfach auch einen Spaziergang machen.

Dann setzt du dich mit frischer Kraft wieder an deinen Plot. Bestimmt kommst du jetzt einen weiteren Schritt vorwärts.

Ich selbst plotte jetzt schon seit 14 Tagen intensiv an meinem NaNo-Roman 2020 herum. Nein, das stimmt eigentlich auch nicht, denn die Grundidee für den Roman entstand schon irgendwann vor ein paar Jahren. Als ich überlegte, was für eine Art Geschichte es denn dieses Jahr werden sollte, kam mir diese Idee in den Sinn. Sie war natürlich sehr vage … aber du siehst, manchmal dauert so ein Entstehungsprozess sogar JAHRE!

Natürlich kann es auch schneller gehen, keine Angst. Bei meinem ersten Drachenbuch „Die Eistrolle“ ging das innerhalb von ein paar Wochen, dass mir die Idee kam und im NaNo aufgeschrieben wurde. Trotzdem. Über Nacht geht es sicherlich nicht.

Also gib dem Buch die Zeit, die es zum Entstehen braucht. Ein bisschen NaNo-Druck kann da allerdings schon hilfreich sein *lach*.

Und, bist du auch am Roman plotten? Welche Plotmethode bevorzugst du?

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