Tipps und Tricks, um sich zum Schreiben zu motivieren

Tipps und Tricks, um sich zum Schreiben zu motivieren

Wenn ich erzähle, dass ich Bücher schreibe, höre ich ziemlich oft etwas Ähnliches wie ja, ich würde auch gerne ein Buch schreiben, aber ich kann nicht am Ball bleiben, ich kann mich nicht motivieren …

Und dann kommen die ganzen Argumente, warum es nicht klappt.

Häufig erzählen die Leute, dass sie zwar gute Ideen haben, mit Feuereifer anfangen, aber irgendwann ist die Luft raus. Manchmal haben sie sogar richtig viele angefangene Manuskripte in der Schublade, aber zu Ende gebracht wurde keines.

Daher soll es heute um Tipps und Tricks gehen, wie man sich zum Schreiben motivieren kann.

Natürlich sind die Gründe, warum es jemand nicht schafft, sein Buch fertig zu schreiben, äußerst vielfältig.

Daher musst du schauen, was auf dich zutrifft und was dir von den Tipps helfen kann.

Schreiben ist vielleicht gar nichts für dich

Ich höre dich jetzt schon empört aufschreien, aber lies bitte trotzdem mal weiter.

Schriftsteller zu sein, damit verbinden viele den Typen, der morgens gemütlich aufsteht, mit seiner Kaffeetasse auf die Terrasse mit Seeblick tritt, sich von der Muse küssen lässt und sich dann für ein paar Stündchen an seinen Laptop setzt. Dann spazieren geht, und vielleicht nach dem Mittagessen noch ein bisschen weiterschreibt.

So ist es aber leider nicht.

Schreiben bedeutet: Zwischen Kindergeschrei sich ein paar Minuten freischaufeln, um in die Tasten zu hacken. Sich abends aufraffen, obwohl die Couch lockt. Frühmorgens vor allen anderen Familienmitgliedern aufstehen, um sich schnell 500 Wörter abzuquälen, bevor man ins Büro hetzt. Schreiben bedeutet unheimliche Selbstdisziplin und die Fähigkeit, sich selbst zu motivieren, wenn es nicht läuft.

Sich mit dem Schreibhandwerk beschäftigen

Du musst bereit sein, etwas über das Schreibhandwerk zu lernen. Denn für einen Kurzaufsatz mögen deine Fähigkeiten aus dem Deutschunterricht in der Schule ausreichen, aber ein ganzer Roman hat einen komplexen Aufbau, es gilt Spannungsbögen, Charakterentwicklung und Schreibstil zu beachten und noch so einiges mehr. Das schüttelt man nicht mal eben so aus dem Ärmel.

Ich könnte da noch viel mehr dazu schreiben, aber lassen wir das. Es gibt auch noch einen Unterschied zwischen Hobbyautoren und solchen, die davon leben möchten. Dennoch, einigen wir uns darauf: Wenn du mit deinem Manuskript fertig werden willst, ist Schreiben an vielen Tagen (nicht allen!) einfach anstrengend.

Schreiben ist anstrengend

Du musst dir darüber im Klaren sein, ob du für ein fertiges Manuskript bereit bist, aus deiner Komfortzone herauszutreten. Die Welt geht nicht unter, wenn du beschließt, dass das Autorendasein vielleicht doch nichts für dich ist. Es gibt schließlich noch andere erfüllende Hobbys.

Nachdem du das für dich geklärt hast, können wir weiter machen. Schließlich will ich dich motivieren und nicht entmutigen. Jetzt kommen wir zu den Tipps, die dir helfen sollen, dir schnellstmöglich das Handwerkszeug anzueignen und aus der Erfahrung zu lernen.

Plotten oder Nicht-Plotten …

Ich weiß, darüber habe ich schon oft geschrieben. Z.B. hier, hier und hier. Oder hier.

Es ist aber Fakt, dass die meisten erfahrenen Autoren plotten (außer der bekannte Stephen King … aber selbst der plottet irgendwie im Kopf. Ich habe sein Buch „Vom Leben und vom Schreiben“ nämlich gelesen und dachte mir meinen Teil.).

Hilfe, wie fange ich an?

Das Problem beim Plotten ist oft, dass man überhaupt nicht weiß, wie man anfangen soll. So ging es mir am Anfang auch und ich gestehe, dass ich bis heute keine Methode entwickelt habe, die ich für jedes Buch anwenden könnte. Das heißt, ich kann leider kein Schema XY empfehlen, bei dem man Punkt a-z abhakt und dann hat man einen fertigen Plot. Es scheint eher so zu sein, dass jede Geschichte ihre ganz eigene Plotmethode möchte, die mehr oder weniger zusammengestückelt werden muss … es ist eher eine Art Puzzle als eine Liste.

Das macht es nicht einfacher … aber ich empfehle dir doch dringend, dich mit dem Plotten auseinanderzusetzen. Es gibt verschiedene Methoden – schau unbedingt hier – und je mehr du darüber weißt, desto mehr bist du für die Tücken, die so eine komplexe Geschichte mit sich bringt, gerüstet. Und wenn du später entscheidest, dass das Plotten nichts für dich ist und du beim Bauchschreiben bleibst, dann hast du diese Entscheidung wenigstens bewusst getroffen und bist dir sicher, dass du das Plotten nicht aus Mangel an Wissen über das Plotten ablehnst. Das ist nämlich ein Unterschied.

Noch mehr Vorteile …

Ein weiterer Vorteil ist, wenn du dich mit dem Plotten beschäftigst, dass du automatisch viel über das Schreibhandwerk lernst. Wie man Charaktere bastelt. Wie man Spannung aufbaut. Wie man einen schönen Schreibstil entwickelt. All das gehört zusammen und ist auch für Hobbyautoren enorm wichtig.

Solltest du dich trotzdem fürs Bauchschreiben entscheiden, ist das absolute MINIMUM meiner Meinung trotzdem, dass man sich über das Ende im Klaren ist. Hast du ein Ende, so schreibst du nicht in den leeren Raum hinein, sondern auf ein Ziel hin.

Schreibratgeber lesen

Da gibt es so viele … und von jedem kann man wieder etwas lernen und sich motivieren lassen. Ich verlinke dir hier mal ein paar:

James N. Frey Wie man einen verdammt guten Roman schreibt: Amazon.de: Frey, James N, Stremmel, Jochen, Emons, Hejo: Bücher

Hans Peter Roentgen Vier Seiten für ein Halleluja: Schreibratgeber: Amazon.de: Hans Peter Roentgen: Bücher

Sol Stein Über das Schreiben: Amazon.de: Stein, Sol, Götting, Waltraud: Bücher

Stephen King Das Leben und das Schreiben: Memoiren: Amazon.de: King, Stephen, Fischer, Andrea: Bücher

Simone Harland Show, don’t tell von Simone Harland – eBook | Thalia

Es gibt da ziemlich viel, und falls du dir welche kaufen möchtest, tue es am besten bei deinem Buchhändler um die Ecke.

Mir geht es jedenfalls so, wenn ich darin schmökere, sprühe ich vor Begeisterung und möchte die Tipps am liebsten sofort umsetzen.

Das Zeitproblem

Wenn du kein hauptberuflicher Schriftsteller sein willst, dann behaupte ich, dass du kein Zeitproblem hast, sondern eher ein Problem, dich zu motivieren. Denn 10 bis 30 Minuten kann sich jeder aus dem Ärmel leiern. Selbst eine berufstätige Mutter mit vier Kindern, Ehemann, Hund, Haus und Garten.

Natürlich ist das trotzdem nicht leicht, das streite ich nicht ab. Auch mein Tag ist fast minutengenau getaktet und ich werde nervös, wenn ich 10 Minuten später aus dem Büro komme, weil mein Zeitplan zu platzen droht.

Hast du schon einmal Folgendes probiert:

  • Früher aufstehen und morgens schreiben. Dann hast du das weg und kannst den ganzen Tag stolz auf dich sein, dass du es wieder einmal geschafft hast.
  • Abends schreiben. Das mache ich. Selbst Kinder verstehen, dass die Mama am Abend ihre Schreibzeit hat. Wenn sie kleiner sind, gehen sie sowieso ins Bett. Wenn sie allerdings noch sehr klein sind, kannst du ja den Mittagsschlaf nutzen (falls du nicht selbst schlafen musst, aber das führt jetzt ziemlich weit …).
  • Die 5 Minuten Plotpause: Es kommt darauf an, was du tagsüber arbeitest. Während der Arbeitszeit darfst du natürlich keine Pausen einlegen, aber davor, danach, während der Mittagspause, während du das Essen vorbereitest, während du auf die Kinder wartest, eben einfach mal zwischendurch. Dazu habe ich ein Heft, in dem ich alles notiere, was mir in den 5 Minuten zu dem jeweiligen Plotproblem einfällt. Was da zusammenkommt! Natürlich musst du diszipliniert sein, sonst bekommst du deine Arbeit nicht geschafft. Nur fünf Minuten! Und mach es dir so einfach wie möglich, trag das Heft und einen Stift mit dir herum.
  • Du nimmst dir geplante Zeit am Wochenende. Vielleicht 2-3 Stunden am Sonntagvormittag? Aber das solltest du dann auch durchziehen und nicht wieder dem Schlendrian Raum geben.
  • Schreibe im Urlaub. Wenn du die Möglichkeit hast, alleine oder nur mit deinem (ebenfalls schreibenden?) Partner zu verreisen, bietet das die perfekte Kulisse, um richtig produktiv zu sein.
  • Nutze den NaNoWriMo Es gibt nichts Besseres, um sich selbst zu motivieren und zu beweisen, dass man es schaffen kann, als in der Gemeinschaft mit vielen anderen!

 

Mit Papier und Stift schreiben

Vielleicht steht dein PC an einem ungemütlichen Ort?

Vielleicht willst du unter freiem Himmel schreiben?

Ist es dir zu anstrengend, dauernd auf den Bildschirm zu starren?

Es gibt viele Gründe, warum das Schreiben auf Papier dir vielleicht weiterhilft. Manche Menschen entwickeln eine ganz andere Verbindung zu dem mit der Hand geschriebenen Text. Bei manchen fließt die Kreativität viel besser, wenn sie „händisch“ arbeiten.

Bei anderen ist es eher die Flexibilität, überall an schönen Orten, ganz unkompliziert das Heft herauszuziehen und „etwas aufs Papier“ zu bringen.

Wenn du also das nächste Mal ratlos vorm Laptop sitzt, lohnt es sich vielleicht, mit einem Blatt Papier auf den Balkon zu gehen und es auszuprobieren.

In Etappen arbeiten

Dabei kann es helfen, deinen Roman in mehrere Abschnitte zu unterteilen und dir sozusagen Etappenziele zu schaffen. Das geht natürlich nur, wenn du ungefähr weißt, was in deinem Roman passieren wird (also plotten oder dir Teilziele überlegen). Auf diese Weise schaffst du dir überschaubare Schreibetappen und hast nicht so einen schrecklichen, unüberwindbaren Berg vor dir.

Es macht wirklich einen Unterschied, wenn du davon ausgehst, ja, in einer Woche etwa bin ich mit Teil 1 von 20 fertig. Auf diese Weise kannst dir auch ausrechnen, wann du ungefähr mit dem gesamten Manuskript fertig bist und stellst fest, huch, es ist ja machbar! Wenn du nämlich nur siehst, oh Hilfe, ich muss etwa 400 Seiten schreiben, dann denkt man oft, ach, damit werde ich sowieso erst in ein paar Jahren fertig, dann ist es auch nicht so wichtig, ob ich mich heute oder morgen an den Computer setze.

Das ist nämlich oftmals das Problem. Aber jede längere Schreibpause ist eine willkommene Einladung für deinen inneren Schweinehund, sich mehr und mehr breizumachen und deine mühsam errungenen Schreibgewohnheiten auszuhöhlen. Jede Schreibpause macht es für dich schwieriger, dich selbst zu motivieren und dich aufzuraffen.

Kurzgeschichten

Vielleicht könntest du dich mit Kurzgeschichten warmschreiben. Sie sind schneller geschrieben und bescheren dir somit schneller ein Erfolgserlebnis. Dieses wiederum könnte dich motivieren, auch bei einer längeren Geschichte durchzuhalten.

Wenn man erst einmal das magische Wort „ENDE“ unter sein Manuskript gesetzt hat, schwebt man wirklich auf Wolke 7. Wirklich!

Motivation garantiert: Wettbewerbe

Ein Extratipp hierzu: Suche im Internet nach Ausschreibungen, die dich interessieren. Dies sind meist kürzere Texte und wenn du dir vornimmst (am besten noch deinen Freunden/in Social Media verkündest), daran teilzunehmen, baust du dir einen zusätzlichen Antrieb auf, der dich motiviert, den Abgabetermin einzuhalten und somit endlich fertigzuwerden!

Solche Wettbewerbe sind außerdem nicht schlecht, um regelmäßiges Schreiben zu üben und auch, um eine gewisse Qualität anzustreben und abzugeben.

Vielleicht ein anderes Genre?

Vielleicht sprechen dich Kurzgeschichten auch so an, dass du dabei bleibst? Es gibt auch noch andere Genres, die eher kürzere Texte haben, Lyrik natürlich, aber auch Fabeln, Märchen, Sagen … vielleicht sprechen dich auch Reihen an, die mit den immer gleichen Charakteren in sich abgeschlossene Geschichten bieten, etwa kurze Detektivgeschichten. Episoden-Romane sind so ähnlich, du könntest die einzelnen Episoden so lange gestalten, wie du es schaffst, durchzuhalten. Auch Kinderbücher sind in der Regel eher kürzer.

Lesen

Wenn du so gar keine Lust aufs Schreiben hast, dann lies. Suche dir Romane aus, die dich höchstwahrscheinlich begeistern werden. Also wenn du dann nicht Lust bekommst, an deiner eigenen Geschichte weiterzuschreiben, dann weiß ich auch nicht. Wenn ich ein gutes Buch lese, dann hält es mich kaum auf dem Sofa, dann MUSS ich an den PC rennen und an meiner Geschichte feilen. Für mich ist das ein super Mittel, um mich zu motivieren.

Was begeistert dich?

Dazu solltest du dir überlegen, welcher Aspekt des Romans dir solche Begeisterung verleiht. Manchmal finde ich den Schreibstil großartig und wünsche mir, ebenso schreiben zu können. Manchmal ist es das Setting, ein bestimmter Charakter, der mir nicht aus dem Kopf geht (da musst du dann weiter überlegen: Was an dem Charakter berührt dich so?), oder eine Szene. Egal, was es ist, versuche, so etwas Ähnliches in deinem eigenen Roman einzubauen. Natürlich nicht eins zu eins kopieren, das geht meist sowieso nicht, aber so, dass es dich selbst vor Begeisterung vom Sessel haut.

Analytisch lesen

Um diesen Punkt umzusetzen, musst du dir angewöhnen, etwas anders zu lesen. Nicht passiv zu konsumieren, sondern ab und zu innezuhalten und zu analysieren. Warum bin ich gerade gelangweilt? Warum fange ich an, vor Rührung zu weinen? Warum ist es gerade so spannend, dass ich es kaum aushalten kann?

Ideen zusammenführen

Es könnte sein, dass deine Grundidee für deinen Roman nicht ausreicht, um eine ganze Geschichte daraus zu machen. Tatsächlich braucht es nämlich mehr als nur eine Idee für einen kompletten Roman. Denn sonst ist schnell die Luft raus und dein halbgeschriebenes Manuskript vereinsamt in der Schublade. Eine wirklich gute Idee zieht meistens weitere Ideen nach sich, die weitere Konflikte aufbauen und die Handlung voranbringen.

Wenn du sehr viele angefangene Manuskripte auf deinem Computer hast, lohnt es sich vielleicht, die Grundideen aufzulisten, die dich ja irgendwann einmal so fasziniert haben, dass du beschlossen hast, ein Buch darüber zu schreiben. Vielleicht kann man einige davon zusammenführen oder erweitern und eine neue, spannende Geschichte daraus machen, die dich begeistert.

Eine Diktierapp nutzen

Das habe ich selbst noch nie ausprobiert. Aber viele Leute tun das bequem beim Liegen auf der Couch. Vielleicht eine Idee für dich, um dich zu motivieren?

Einer Schreibgruppe beitreten/ einen Buddy suchen / in Social Media posten

Hier macht man sich den Druck zunutze, den die Gruppe bzw. die andere Person automatisch aufbaut. Denn du willst dich schließlich nicht blamieren, indem du keine geschriebenen Seiten vorweisen kannst. Die anderen können dich auch beraten, wenn du in Plotlöchern versinkst oder dir in den Hintern treten, wenn du faul bist.

Regelmäßig zu posten, was man geschafft hat, motiviert auch gleichzeitig ungemein, am Ball zu bleiben und weiterzumachen. Dein Fortschritt wird auf diese Weise dokumentiert, sodass du nach einiger Zeit staunen wirst, was du auch mit kleinen, aber dafür regelmäßigen Schritten leisten kannst.

 

Fazit

Es gibt viele Dinge, die du ausprobieren kannst, um am Ball zu bleiben und dich selbst zu motivieren. Und das ist es tatsächlich, ein stetiges Ausprobieren. Es hilft auch zu akzeptieren, dass es gewisse Phasen im Leben gibt, wo es besser läuft, dann aber wieder schlechtere Zeiten kommen. In den schlechten Zeiten sollte man sich nicht entmutigen lassen … für genau solche Zeiten habe ich diese Tipps zusammengesammelt.

Hast du noch eine Idee? Gerne rein in die Kommentare!

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